
Die Kirche St. Sixtus und Sinicius in Hohenkirchen ist eine spätromanische Granitquaderkirche aus dem 12. Jahrhundert, möglicherweise mit einem noch älteren hölzernen Vorgängerbau. Als ehemalige Gau- und Sendkirche war sie das religiöse Zentrum des Wangerlands. Zur Ausstattung gehören bedeutende Kunstwerke, darunter einen Taufstein aus dem 13. Jahrhundert sowie Altar und Kanzel des Bildhauers Ludwig Münstermann.
Die historische Orgel geht auf den Neubau von Joachim Kayser (Jever) aus dem Jahr 1694/99 zurück. Nach Umbauten im 19. Jahrhundert wurde die Orgel 1974 durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven) restauriert. Das Gehäuse, Hauptwerks- und Pedallade, neun Register und große Teile der Traktur sind von Kayser original erhalten; das Brustwerk wurde von Führer neu angefertigt.
I. HAUPTWERK (C/E–c³)*
°Principal 8'
°Gedact 8'
°Octava 4'
Spitzflöt 4'
°Quinta 3'
°Superoctav 2'
Sexquialtera [2f.]
Sifflöt 1'
(°)Mixtur [4–5f.]
Trompett 8'
Manualschiebekoppel
II. BRUSTWERK (C–c³)
Gedact 8'
Flöt 4'
Spitzflöt 2'
Tertian [2f.]
Sifflöt 1'
Cimbelstern
Tremulant [ganzes Werk]
PEDAL (CDE–d¹)**
(°)Quintaden 16'
°Principal 8'
°Octava 4'
Mixtur [6f. 2 2/3']
Trompett 8'
Cornet 2'
[keine Pedalkoppeln]
* kurze Oktav, Klaviatur chromatisch ausgebaut, ** D als Obertaste, ° = Originalregister von Kayer 1694/99.
Mechanische Schleiflade.
Temperierung: modifiziert mitteltönig.
1540: Zerstörung einer vorhandenen Orgel.
1694: Orgelneubau durch Joachim Kayser (Jever), Orgelweihe am 1. Weihnachtstag, I/10.
1699: Erweiterung um Brustwerk und selbständiges Pedal durch Joachim Kayser (Jever), II+P/21.
1783: Reparatur durch Hinrich Just Müller (Wittmund), mit dem auch ein Vertrag zur jährlichen Pflege geschlossen wird.
1884: Umbaut durch Johann Martin Schmid [III] (Oldenburg): Das Brustwerk wird durch ein Oberwerk ersetzt, in den anderen Werken erfolgen Dispositionsänderungen, II+P/18.
1898: Umbau durch Johann Martin Schmid [III] (Oldenburg): Einbau eines neuen Magazinbalgs, einer neuen Manualkoppel und einer neuen Trompete 8' im Hauptwerk.
1934: Restaurierung durch Alfred Führer (Wilhelmshaven): Entfernung aller 1884 eingebauten Register und Einbau von vier neuen Registern im Brustwerk und Ergänzung der 1884 vakant
gelassenen Schleifen im HW und Pedal, II+P/20.
1974: Restaurierung durch Alfred Führer (Wilhelmshaven) mit Wiederherstellung der modifiziert mitteltönigen Stimmung, II+P/21.
1975: Einbau des Cornet 2' im Pedal anstelle der Posaune 16' von 1884.
1980: Restaurierung der Farbfassung des Gehäuses mit Foliierung der Prospektpfeifen.
2001: Reinigung und Generalüberholung durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven), Inh. Heiko Lorenz.
2007: Reparatur durch Heiko Lorenz (Wilhelmshaven).
Quellen und Literatur: W. Kaufmann: Die Orgeln des alten Herzogtums Oldenburg, 1962 ⋄ F. Schild: Restaurierungsbericht, 1974 ⋄ F. Schild: Orgelatlas der historischen und modernen Orgeln der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, 2008 ⋄ Letzte Änderung: 26.11.2025.