Friesoythe

Kath. Pfarrkirche St. Marien

Schon vor der Abtrennung von Altenoythe 1619 gab es in Friesoythe eine Kapelle – vermutlich vom Ende des 14. Jahrhunderts –, die der hl. Jungfrau Maria geweiht war. Seit 1679 waren die Pfarreien Altenoythe und Friesoythe getrennt. Die 1908/10 erbaute Pfarrkirche St. Marien ist ein dreischiffiger, neugotischer Backsteinbau von Heinrich Flügel (Bremen). Der Turm stammt bereits von der alten Kirche und wurde 1885/86 von Johann Bernhard Hensen (Sögel) errichtet. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kirche starke Schäden, die bis 1949 beseitig waren. 1970 erhielt die Kirche neue Fenster von dem Leverkusener Künstler Paul Welchmann. Seit 2008 ist Friesoythe Pfarrsitz der fusionierten Pfarrei St. Marien. Die letzte große Kirchenrenovierung fand 2010 statt.

© Gabriel Isenberg, 2020
© Gabriel Isenberg, 2020

Orgel von Siegfried Sauer (Höxter-Ottbergen) aus dem Jahr 1994.


I. RÜCKPOSITIV (C–a³)

Metallgedackt 8'

Quintade 8'

Prinzipal 4'

Blockflöte 4'

Offenflöte 2'

Sifflet 1'

Sesquialtera 2f.

Scharff 4f. 1'

Dulzian 16'

Krummhorn 8'

Tremulant

Koppel III–I

II. HAUPTWERK (C–a³)

Bordun 16'

Prinzipal 8'

Spitzflöte 8'

Oktave 4'

Rohrflöte 4'

Quinte 2 2/3'

Oktave 2'

Mixtur 6f. 2'

Zimbel 3f. 2/3'

Trompete 8'

Koppel I–II

Koppel III–II

III. SCHWELLWERK (C–a³)

Pommer 16'

Ital. Prinzipal 8'

Koppelflöte 8'

Salizional 8'

Schwebung 8'

Prinzipal 4'

Nachthorn 4'

Nasat 2 2/3'

Schwiegel 2'

Terz 1 3/5'

Quinte 1 1/3'

Mixtur 5f. 2 2/3'

Basson 16'

Tromp. harmonique 8'

Oboe 8'

Clarine 4'

Tremulant

Glockenspiel

PEDAL (C–g¹)

Prinzipal 16'

Subbaß 16'

Quinte 10 2/3'

Oktavbaß 8'

Gedacktbaß 8'

Choralbaß 4'

Mixtur 4f. 2 2/3'

Posaune 16'

Trompete 8'

Zink 4'

Koppel III–P

Koppel II–P

Koppel I–P


64facher Setzer.

Schleiflade mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur.


Daten zur Orgelgeschichte

1613  Eine Orgel ist vorhanden, für deren Unterhaltung ein Fonds existiert.

1651  Laut Visitationsprotokoll befinden sich zwei Orgeln in der Kirche, von denen eine in gutem Zustand ist, die andere „destrucutum“, d. h. nicht brauchbar.

1656  Orgelneubau durch Hans Henrich Reinking (Bielefeld), I+aP/10.

1784  Umbau möglicherweise durch Hinrich Just Müller (Wittmund).

1827  Reinigung und Instandsetzung durch Friedrich Wilhelm Haupt (Damme).

1880  Erweiterung durch Bernhard Kröger & Söhne (Goldenstedt), II+P/14.

1910  Übertragung der Orgel in die neue Kirche.

1930  Orgelneubau durch Carl Haupt (Osnabrück), III+P/41.

1945  Erhebliche Schäden durch Kriegseinwirkung.

1951  Orgelneubau durch Emanuel Kemper & Sohn (Lübeck) unter Verwendung von Windladen und 8 Registern aus der Orgel von 1930, Rekonstruktion des Prospekts von 1930, II+P/27.

1994  Orgelneubau durch Siegfried Sauer (Höxter-Ottbergen), III+P/46.

2015  Reinigung, Überholung und teilweise Umintonation durch die Fa. Ostfriesischer Orgelservice (Wiesmoor).


Diskographie

Orgelmusik aus St. Marien Friesoythe

Werner Haselier spielt Werke von Joh. Pachelbel, Joh. Seb. Bach, Jos. Haydn, M. Reger, J. Alain und M. Duruflé.

CD: MUSICOM CD 011202 (1994)

   Hörbeispiel (Tracks 16+17):
   Maurice Duruflé: Präludium und Fuge über den Namen ALAIN op. 7

Klangräume · Musik aus Friesoyther Kirchen

Heinrich Deboi spielt zusammen mit Eike Fleming (Trompete) Werke von Johann Gottfried Walther, Nicolaus Bruhns, Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn Bartholdy u. a.

Aufnahmeorte: St. Marien Friesoythe, Michaeliskirche Friesoythe, St. Prosper Gehlenberg, Dreifaltigkeitskirche Altenoythe.

Herausgeber: Stadt Friesoythe

CD-Aufnahme: 2002

Dialoge · Advents- und Weihnachtsmusik aus Friesoythe

Heinrich Deboi spielt zusammen mit Eike Fleming (Trompete) Werke von Johann Ludwig Krebs, Johann Sebastian Bach, Dietrich Buxtehude, Johannes Brahms u. a.

Aufnahmeorte: St. Marien Friesoythe, Michaeliskirche Friesoythe, St. Prosper Gehlenberg, Dreifaltigkeitskirche Altenoythe.

Herausgeber: Stadt Friesoythe

CD-Aufnahme: 2003


Adresse: D-26469 Friesoythe, Kirchstraße 2

Quellen und Literatur:

W. Schlepphorst: Der Orgelbau im westlichen Niedersachsen, 1975

F. Schild: Orgelatlas der historischen und modernen Orgeln im Gebiet der Kath. Kirche im Oldenburger Land, 2011 (unveröff.)

Orgelsachverständigen-Unterlagen des BMO Vechta

Letzte Änderung: 23.02.2021.