Strücklingen

Kath. Kirche St. Georg


© Gabriel Isenberg, 2021
© Gabriel Isenberg, 2021

Kirchengebäude

Bereits im 14. Jahrhundert bestand in Strücklingen, im etwas außerhalb gelegenen Utende, eine erste Kirche. Nachdem dieses Gotteshaus 1877 abgebrochen worden war, errichtete man im heutigen Ortskern zunächst eine Notkirche. Die heutige Pfarrkirche St. Georg, ein neugotischer Backsteinbau des Münsteraner Architekten Hilger Hertel d. J. („der Dom des Saterlandes“), entstand in den Jahren 1900/01. Ihre ursprüngliche Ausstattung ist weitgehend erhalten geblieben. Seit 2008 gehört Strücklingen zur fusionierten Pfarrei St. Jakobus Saterland.

 

Orgel

Die 1932 von Anton Feith (Paderborn) erbaute Orgel wurde 1980 durch die Nachfolgefirma Siegfried Sauer (Höxter-Ottbergen) umgebaut und erweitert.

Da eine akustische Kontrolle zwischen Pfeifenwerk auf der Südempore und Organist und Chor auf der Nordempore sich immer als schwierig erwies, entschied man sich 2010 für die Installation einer digitalen Orgelkomponente. An die Spielanlage wurde über MIDI-Schnittstelle ein Expander (Modell SE-20) der Fa. Hoffrichter (Salzwedel) angeschlossen, der in sich eine eigene digitale Orgel darstellt und über zwei Lautsprecherboxen auf der Chor-Empore (Nordempore) ertönt. Neben der dadurch geschaffenen akustischen Nähe zwischen Orgelspiel und Chor ergab sich damit außerdem eine klangliche Erweiterung der Orgel. In den Manualwerken kann am Expander jeweils zwischen zwei verschiedenen Dispositionen gewhält werden, die zum einen eine barocke, zum anderen eine romantische Klangauswahl abbilden. Über Finetuning kann die digitale Komponente in der Tonhöhe an die Stimmung der Pfeifenorgel angepasst werden.


Pfeifenorgel (Feith 1932 / Sauer 1980):

I. HAUPTWERK (C–g³)

Quintade 16'

Prinzipal 8'

Rohrgedeckt 8'

Oktave 4'

Prinzipal 2'

Sesquialtera 2f. 2 2/3' + 1 3/5'

Mixtur 4-5f. 1 1/3'

Trompete 8'

Tremulant

Koppel II–I

II. SCHWELLWERK (C–g³)

Doppelflöte 8'

Aeoline 8'

Prinzipal 4'

Pommer 4'

Nasat 2 2/3'

Schwiegel 2'

Sifflet 1'

Zymbel 3f. 2/3'

Oboe 8'

Tremulant

PEDAL (C–f¹)

Subbaß 16'

Oktavbaß 8'

Holzflöte 8'

Choralbaß 4'

Mixtur 4f. 2 2/3'

Posaune 16'

Trompete 8' (Transm. HW)

Koppel II–P

Koppel I–P


Zwei freie Kombinationen, freie Pedalkombination, Tutti, Einzelabsteller für gemischte Stimmen und Zungen.

Elektropneumatische Kegelladen.


Der Hoffrichter-Expander SE-20 bietet für die beiden Manuale jeweils zwei verschiedene Dispositionen zur Wahl:

I. MANUAL (C–g³)

Disposition A:

Prinzipal 8'

Doppelflöte 8'

Oktave 4'

Rohrflöte 4'

Quinte 2 2/3'

Oktave 2'

Mixtur 4f.

Trompete 8'

Tremulant

Koppel II–I

 

Disposition B:

Bordun 16'

Prinzipal 8'

Fl. harmonique 8'

Oktave 4'

Oktave 2'

Cornett 5f.

Fournitur 5f.

Trompete 16'

Tremulant

Koppel II–I

II. MANUAL (C–g³)

Disposition C:

Gedackt 8'

Salizional 8'

Unda maris 8'

Spitzflöte 4'

Waldflöte 2'

Larigot 1 1/3'

Sesquialter 2f.

Zimbel 3f.

Vox humana 8'

Tremulant

 

Disposition D:

Traversflöte 16'

Geigenprinzipal 8'

Voix celeste 8'

Bordun 8'

Flöte 4'

Octavin 2'

Oboe 8'

Cromorne 8'

Vox humana 8'

Tremulant

PEDAL (C–f¹)

Subbaß 16'

Oktavbaß 8'

Choralbaß 4'

Rauschpfeife 2f.

Posaune 16'

Trompete 8'

Koppel II–P

Koppel I–P


24 Speicherplätze, Lautstärkeregelung für die Einzelwerke, Temperierung und Mute Baß, Finetuning und Transposer.

Anbindung an den Spieltisch über MIDI-Schnittstelle.


Daten zur Orgelgeschichte

(Es gibt keine Nachrichten über eine Orgel in der alten Utender Kirche.)

1894: In der Notkirche Teilaufstellung der alten Orgel aus der Propsteikirche Vechta (Anton Franz Schmid, Quakenbrück 1817), II+P/15.

1901: Übertragung der Orgel in die neue Kirche und Vervollständigung durch Bernhard Josef Kröger (Vechta), II+P/22.

1932: Orgelneubau durch Anton Feith (Paderborn), II+P/20.

1980: Umbau und Erweiterung durch Siegfried Sauer (Höxter-Ottbergen), II+P/24.

2000: Behandlung gegen Holzwurmbefall.

2010: Erweiterung durch Hinzufügung einer digitalen Klangkomponente der Fa. Hoffrichter (Salzwedel) über Expander: zusätzlich II+P/23.

Quellen und Literatur: F. Schild: Orgelatlas der historischen und modernen Orgeln im Gebiet der Kath. Kirche im Oldenburger Land, 2011 (unveröff.) ⋄ 

Orgelsachverständigen-Unterlagen des BMO Vechta ⋄ Frdl. Mitteilung des Organisten Manfred Pahlke ⋄ Letzte Änderung: 22.02.2021.