Zetel

Ev.-luth. Kirche St. Martin


Bildquelle unbekannt
Bildquelle unbekannt

Kirchengebäude

Die Warftkirche St. Martin in Zetel geht im Kern auf die Zeit um 1250 zurück, Mitte des 15. Jahrhunderts wurde sie nach Zerstörung in spätgotischer Form wiederhergestellt. Der an der Südseite der Kirche freistehende Glockenturm stammt aus dem 13. Jahrhundert. Umfangreiche Renovierungsarbeiten erfolgten 1951, 1968–70 und 1995.

 

Orgel

Die Orgel ist ein technischer Neubau der Orgelbauwerkstatt Alfred Führer (Wilhelmshaven) aus dem Jahr 1970. Das Gehäuse und die ältesten Register stammen noch von Johann Wolfgang Witzmann (Bremen) 1801/02. Weitere Bauschichten von Johann Martin Schmid [III] (Oldenburg) 1888 und Alfred Führer (Wilhelmshaven) 1947 gehören zum Bestand der Orgel.


I. HAUPTWERK (C–f³)

Prinzipal 8'  [1970]

Rohrflöte 8'  [1948]

Quintade 8'  [1888/1933]

Oktave 4'  [1801/02 ?]

Kleingedackt 4'  [1801/02 ?]

Quinte 2 2/3'  [1801/02 ?]

Spitzflöte 2'  [1948]

Oktave 2'  [1888]

Sesquialtera 2f.  [1978]

Mixtur 4f. [1']  [1948]

Trompete 8'  [1948]

Koppel II–I

II. OBERWERK (C–f³)

Gedackt 8'  [1888]

Prinzipal 4'  [1970]

Flöte 4'  [1888]

Oktave 2'  [1888]

Quinte 1 1/3'  [1948]

Terzian 2f.  [1948]

Glöckleinton 1'  [1978]

Zimbel 3f. [1/5']  [1948]

Regal 8'  [1948]

Tremulant

PEDAL (C–d¹)

Subbaß 16'  [1970]

Prinzipal 8'  [1970]

Gedacktbaß 8'  [1970]

Choralbaß 4'  [1978]

Nachthorn 2'  [1948]

Mixtur 4f. [1']  [1948]

Fagott 16'  [1948]

Koppel II–P

Koppel I–P


Zwei Zimbelsterne  [1999]

Mechanische Schleiflade.


Daten zur Orgelgeschichte

1662/65: Reparatur der vorhandenen Orgel durch Berendt Huß (Oldenburg). In den folgenden Jahrzehnten sind mehrfach Reparaturen nachgewiesen.

1775: Beschreibung der vorhandenen Orgel „süderseits über dem Altare“ mit II+aP/16.

1801/02: Orgelneubau durch Johann Wolfgang Witzmann (Bremen), II+aP/18.

1804/05: Reparatur und Nachbesserung durch Hinrich Just Müller (Wittmund).

1860: Reinigung und gleichschwebende Stimmung durch Johann Claussen Schmid [II] (Oldenburg).

1888: Umbau mit Ergänzung eines selbständigen Pedals (pneumatisch) durch Johann Martin Schmid [III] (Oldenburg), II+P/18.

1922: Ersatz der im Ersten Weltkrieg abgelieferten Prospektpfeifen.

1933: Renovierung mit Dispositionsänderungen durch Alfred Führer (Wilhelmshaven), II+P/19.

1947/48: Renovierung mit Dispositionsänderungen und Einbau einer neuen Pedallade durch Alfred Führer (Wilhelmshaven), II+P/24.

1951: Versetzung der Orgel auf die untere Empore durch Alfred Führer (Wilhelmshaven), farbliche Neufassung des Orgelgehäuses.

1953: Einbau neuer Klaviaturen durch Alfred Führer (Wilhelmshaven).

1970: Technischer Neubau mit neuen Windladen und neuer Spielanlage durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven), II+P/24.

1978: Einbau der 1970 vorgesehenen Vakantregister durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven), II+P/27.

1999: Reinigung und Einbau von zwei Zimbelsternen durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven).

2004: Reparatur (u. a. neue Pulpeten und neuer Motorkasten) durch Martin Wurm (Neustadtgödens).

Quellen und Literatur: W. Kaufmann: Die Orgeln des alten Herzogtums Oldenburg, 1962 ⋄ F. Schild: Orgelatlas der historischen und modernen Orgeln der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, 2008 ⋄ Befund ⋄ Letzte Änderung: 07.10.2025.