
Die katholische Hauptkirche von Delmenhorst ist ein dreischiffiger, neugotischer Backsteinbau von 1901/03 („roter Dom des Nordens“), entworfen von dem Bremer Architekten Heinrich Flügel. Nach den Kriegszerstörungen von 1943 fand 1949 die Neukonsekrierung der wiederhergestellten Kirche statt.
Die Orgel von wurde 1961 von der Orgelbauwerkstatt Alfred Führer (Wilhelmshaven) errichtet. Die Disposition entwarf Günter Berger, von 1955 bis 1976 Kantor in St. Marien Delmenhorst. Das Instrument war Vorbild für etliche weitere Werke, die in den folgenden Jahren in Zusammenarbeit zwischen Orgelbau Führer und Günter Berger entstanden (Cloppenburg, Vechta, Löningen, Damme, Bremen-Blumenthal, Arsten u. a.). Die ursprüngliche Disposition wurde 1992 verändert.
I. RÜCKPOSITIV (C–g³)
Principal 8'
Rohrgedackt 8'
Oktave 4'
Blockflöte 4'
Flachflöte 2'
Schalmey 2' Bass (C–f¹)
Sesquialtera 2f.
Terzian 2f.
Oktave 1'
Scharff 4f.
Zimbel 3f.
Holzregal 16'
Krummhorn 8'
Vox humana 8'
Tremulant
Koppel III–I
II. HAUPTWERK (C–g³)
Bourdon 16'
Praestant 8'
Spitzflöte 8'
Oktave 4'
Rohrflöte 4'
Oktave 2'
Mixtur 4–6f.
Scharff 4f.
Span. Trompete 16'
Span. Trompete 8'
Koppel III–II
Koppel I–II
III. SCHWELLWERK (C–g³)
Gedackt 8'
Gamba 8'
Nachthorn 4'
Nasat 2 2/3'
Principal 2'
Gemshorn 1 3/5'
Partialton 3f.
Mixtur 3f.
Kleinmixtur 3f.
Bombarde 16'
Oboe 8'
Trompete 4'
Tremulant
PEDAL (C–f¹)
Principal 16'
Subbass 16'
Oktavbass 8'
Holzgedackt 8'
Hohlflöte 4'
Bauernflöte 2'
Nachthorn 1'
Rauschbass 4f.
Posaune 16'
Trompete 8'
Trompete 4'
Koppel III–P
Koppel II–P
Koppel I–P
Elektronische Setzeranlage.
Schleiflade, mechanische Spieltraktur, elektrische Registertraktur.
1891: Anschaffung einer kleinen englischen Orgel (möglicherweise ein Harmonium) für die Kapelle am Westergang.
1903: Übertragung in die neue Kirche.
1920: Orgelneubau durch Anton Feith (Paderborn), II+P/25.
1943: Zerstörung von Kirche und Orgel im Zweiten Weltkrieg.
1949: Orgelneubau durch Gebr. Krell (Duderstadt), III+Fernwerk+P/52.
1961: Orgelneubau durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven), III+P/47.
1972: Reinigung durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven).
1980: Einbau neuer Schleifenzugmotoren durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven).
1985: Balgreparatur und Einbau neuer Pulpeten durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven).
1989: Reparatur der Prospektpfeifen durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven).
1992: Reinigung, Überholung und Dispositionsänderungen incl. Einbau einer neuen Setzeranlage durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven).
1997: Reparatur der Pedal-Prospektpfeifen durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven).
1999: Balgreparatur durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven).
2002: Überarbeitung der Manualklaviaturen durch Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven).
2007: Erneuerung der Pulpeten in HW, SW und Pedal durch Christian Lobback (Neuendeich).
2015: Generalüberholung und Umbau der mechanischen Spieltraktur durch Dietmar Franke (Orgelbau Lobback, Büren-Steinhausen).
2020/22: Einbau einer neuen Setzeranlage durch Dietmar Franke (Orgelbau Lobback, Büren-Steinhausen).
- Günter Berger: Werke von Ch.-M. Widor (Toccata F-Dur), S. Reda (Magnificat tonus peregrinus) und G. Berger (Messe der lebendigen Pfarrgemeinde), 1963 (Psallite Das Orgelportrait, 5/021 063
PSA)
- Günter Berger: Werke von J. Pachelbel (Partita „Was Gott tut, das ist wohlgetan“), E. Pfiffner (Toccata 1957) und H. Purcell, 1964 (Psallite Das Orgelportrait, 8/220 964 PSA)- Günter Berger:
Werke von Ch.-M. Widor (Symphonie Nr. 5), J. Alain, G. Berger und J. Jongen, 1967 (Psallite, Das Orgelportrait, 37/050 567 PSC)
- Günter Berger: Werke über B-A-C-H von S. Karg-Elert (Passacaglia und Fuge op. 150) und J. Ahrens (Triptychon), 1972 (Psallite Das Orgelportrait, 131/190 972 PET)
- Udo Honnigfort: Orgelhymnen - Orgeln im Bistum Münster, M. Dupré (Ave maris stella op. 18), 2009 (dialogverlag Münster)
Ein Hörbeispiel der Orgel in der Delmenhorster Marienkirche gibt es » hier in einer Aufnahme mit dem Organisten Udo Honnigfort.